Auf dem Weg

31.07.2020 17:26:21

Bis der Arzt kommt

Der deutsche Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt pflegte zu sagen: «Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.» Ich bin zwar der Meinung, dass es wichtig ist Visionen zu haben, um eine Entwicklung hin zu einem veränderten Zustand zu ermöglichen – fehlen jedoch konkrete, geplante Massnahmen, um dorthin zu gelangen, muss ich Herrn Schmidt Recht geben. 

 

Dichter Nebel

Ich erlebe es oft, dass Unternehmer vage und verschwommen wissen, wo sie hinwollen, aber sich nie die Zeit nehmen, konkret auszuformulieren, was sie präzise erreichen wollen und wie sie dorthin gelangen möchten. Meist ist ihnen ein konkretes Ziel zu einschränkend, und sie bekunden Mühe, sich auf ein klar abgestecktes Terrain zu fokussieren. 

 

Rat- und planlos

Visionen werden oftmals mit «Think Big» gleichgesetzt, und genau dieses Denken überfordert viele. Sie sehen zwar die Spitze des Bergs, den sie gerne erklimmen möchten, haben aber keinen Plan, wie sie dorthin gelangen sollen. Man sieht die Schwierigkeiten, die Felsvorsprünge, Steilwände, Eisfelder, die Konkurrenten, die schon unterwegs sind etc. und lässt sich dadurch schnell entmutigen,  überhaupt einen ersten Schritt zu tun. 

 

Kleine Schritte

In solchen Situationen kann es hilfreich sein, von «Think Big» zu «Think Small» überzugehen und den Berg in mehrere Camps aufzuteilen. Die Strecken zwischen den Camps sollten den verfügbaren Ressourcen (Energie, Zeit, Geld, Wissen etc.) angepasst werden. Je weniger Ressourcen vorhanden sind, desto kürzere Strecken sollten zwischen den Camps liegen. 

 

Fokus auf Erreichbares und Erlebbares

Vom Basislager aus starten wir nun in Richtung des ersten Camps. Wichtig dabei ist nur der Fokus auf dieses Ziel, ganz so als wäre es das einzige Ziel, das man hat. Mental existiert zu diesem Zeitpunkt kein Camp Nr. 2, und die Vision bzw. der Gipfel darf zu diesem Zeitpunkt ruhig noch vage und verschwommen sein. Je näher man ihm kommt, desto klarer wird er werden. 

 

Die Perfektionsfalle

Perfektion ist hierbei ein schlechter Ratgeber. Bevor man sich Ewigkeiten darüber den Kopf zerbricht, welche Route wohl am effizientesten sein wird, welche Eventualitäten eintreffen könnten und wie man dann darauf reagieren würde, sollte man einfach mal loslaufen, um das erste Camp zu erreichen. 

 

Lähmende Angst

Versteh mich nicht falsch – natürlich ist es wichtig und richtig, sich Gedanken zu machen, wie man vorgehen möchte. Sobald aber Perfektionismus zum Verhinderer von Aktion wird, ist er ein Garant für Stagnation. Dies geschieht leider öfter als man denkt und endet damit, dass gar nichts angepackt wird, aus Angst etwas falsch zu machen.

 

Vom Ende zum Anfang

So erklimmt man Stufe um Stufe, bis man am Gipfel angekommen ist, nur um festzustellen, dass auch dies nur ein Basislager für den noch höheren dahinterliegenden Berg ist ;-)

 

Konnten wir dich inspirieren?

Über Kommentare und Anregungen freuen wir uns sehr!

 

© Marc Hagmann



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